CAROLA WILLBRAND

 


 

Publikation zur gleichnamigen Einzelausstellung in der Kunst-und Museumsbibliothek Köln 2014 nach dem Unikatbuch (siehe auch Book Art)

 

Texte von Dr. Viola Hildebrand-Schat, Frankfurt: , Dr. Elke Purpus, Direktorin der KMB Köln, Carola Willbrand

 

 

Auszug aus dem Text von Dr. Viola Hildebrand-Schat: "Zu ganzen Materialcollagen finden textile und zufällig aufgefundene oder der Künstlerin zugespielte Stücke mit Fotografien zusammen. Es wird gezeichnet, sowohl mit dem Stift wie auch mit der Nähmaschine, wie auch koloriert. Leitend ist unter anderem die Inspiration aus Vorgefundenem. Mit ihr stellt sich Carola Willbrand in eine Tradition, die Literatur und Kunst verbindet. Collage und Montage kennzeichnen vorrangig das Werk von Hannah Höch neben dem vieler anderer ihrer Zeitgenossen aus der Futurismus- und Surrealistenbewegung, findet sich aber ebenso in den Textarbeiten der Erasure-Poetry wie den Schreibtechniken Brion Gysins und William S. Borough. Hier werden schon vorhandene Texte, Worte und ganze Zeilen ausgelöscht, um mit dem Übrigen eine neue Aussage zu erzielen, es werden Texte zerlegt und neu zusammengesetzt. Vor diesem Hintergrund sind auch die Vorgehensweisen von Willbrand am textilen Material zu sehen. Dadurch bleibt das Handwerkliche immer im Gleichgewicht zum Konzeptuellen. Willbrand selbst verweist hier immer wieder auf den „erweiterten Handarbeitsbegriff“. Der buchstäblich rote Faden ist die Leitlinie ihrer Philosophie, eine „Fadenphilosophie“, an der die gesamte Buchmetaphorik zusammen mit den vielfältigen Bezügen zur Kunst- und Literaturgeschichte hängt. Keine Naht, kein Fadenverlauf – so muss hier mit Nachdruck vorgebracht werden – erfolgt bei Willbrand „nur einfach so“. Er ist vielmehr Ausdruck eines klaren Konzeptes, das immer mit dem Werkschaffen einhergeht. Der Gebrauch von Textilien und Nähmaschine in den die Künstlerbücher von Carola Willbrand legt zwar einen Traditionsbezug zu weiblicher Handarbeit nahe, was durchaus auch mit der aus den Arbeiten sprechenden Auseinandersetzung mit der weiblichen Identität in Analogie steht. Doch widerstehen sie jeder Stilisierung zu Weiblichkeitsklischees. Vielmehr sind sie aufgrund ihrer Verknüpfung mit Buch und Schreiben, Konzept und präziser Konturenzeichnung als „Gegenmodelle“1 zu begreifen. Das belegt auch die Bedeutung, die die Künstlerin dem Buch in seiner Totalität, also sowohl in seiner Funktion wie auch seiner Form, zuweist."

 

 

 

 

 

Material Revisited 2011
10. Triennale für Form und Inhalte

Der Blick auf zeitgenössische Entwicklungen im Feld
der angewandten Kunst ist Anliegen der Ausstellungsreihe
Triennale. Partner des Museums für angewandte
Kunst in Frankfurt war das Klingspor Museum
bereits 2003. Material Revisited – unter diesem
Motto soll der unmittelbaren Veranschaulichung
von Werkstoffen, aber auch von literarischem oder historischem Quellgut Rechnung getragen werden. Die
Gegenwart als bewusste Reanimation neu entdeckter
Vorräte. Buch- und Schriftkunst liefern ihre authentischen
Beiträge.

   

 

 

'wortgewand' war eine Themenausstellung des Westdeutschen Künstlerbundes die 2011 bis 2013 durch verschiedene museale Institutionen Deutschlands (2013 auch in Litauen)  tourte.

 Zu der Präsentation von 'wortgewand' im Museum Bad Berleburg 2011 hing meine 'Gehirnakrobat(ik)' von 2009, die hier in einer Ansicht aus der Ausstellung 'Geistesblitze/Hersenflitsen' mit Mark Met im Kunstwerk Köln 2009 zu sehen ist. Auch zu 'Materials Revisited' bespielte die 'Gehirnakrobat(ik)' als begehbares Künstlerbuch/Leporello den Raum. Zeichnungen mit der Nähmaschine auf Muster für Raumtextilien.

 

 2011 jurierte der workshop hannover e.V. 45 internationale Positionen zur 'künstlerischen Textilgestaltung.

 

In der Austellung 'Aufstand der nichtsnutzigen Textilien' erschien 'Mein Skelettkopf als Minnie Mouse' 2010, Puschelhausschuhe, Wollunterhose, Leim, Pigment 32 x 25 x 21 cm

 

 

 Für die Ausgabe 'aus dem Nähkästchen' von FREIO wählte ich genähte Porträts 'meiner Künstlerinnen'; hier Leni Moch.

Geistesblitze/Hersenflitsen

erschien 2009 zu der gleichnamigen Ausstellung im Kunstwerk Köln mit Bildunterschriften von Jens Peter Koerver in deutsch/niederländisch übersetzt von Mark Met. Der Katalog wurde gestaltet von Steffen Missmahl.

 

 

 

  Das Eckernförder Bestiarium 2008

Autorin Carola Willbrand, Fotograf Mark Met Amsterdam, Typografie Steffen Missmahl Köln; Gesamtherstellung Katharina Jesdinsky, Umtriebpresse Kiel, 60 S., Texte, Zeichnungen und Fotografien, Buchdruck, Fadenheftung, Auflage 200 Ex.,  mit einer von der Künstlerin genähten und bestickten Tasche aus Eckernförder Markisenstoff:

 

2. Bild Christiane

und ihre recherchierte Künstlertypisierung lautet: Das Magisch I Zur Repräsentation okkulter Phänomene und Emanationen des Bösen, aus Kunstforum Bd. 163, 2003

Nähzeichnung mit der Nähmaschine, da auf 'altem' Kopierpapier gedruckt schaut das darunter liegende Foto 'Marianne' hindurch

 

 

 

Siggi tanzt!

''Das Eckernförder Bestiarium'  entstand aus den getragenen Kleidungsstücken Eckernförder Bekannte. Ich ließ sie in ihr tierisches Selbst mutieren, das sowohl das Sternbild zeigen konnte, oder aber eine spezifische Wesensart.

Nach der Präsentation 2004 im Künstlerhaus Eckernförde reiste das Eckernförder Bestiarium durch die Republik. Es war zu Gast in Stephan Potengowskis Wohnwagen im Kunstverein Neuhausen auf den Fildern, im Kleisthaus Berlin (Sitz der Beauftragten für Belange behinderter Menschen der BRD) als 'Fabelhafte Zierdinge' und als 'Vitrine Animale' in Solre le Chatêau auf Einladung des Kunstvereins cent-lieux-d'art. Es entstand ein Film auf DVD (siehe unten bei den Filmen).

 

Das Quellenwerk erschien zu den gleichnamigen Ausstellung im Klingspor Museum Offenbach 2007 und Museum Burg Wissem Troisdorf 2008 ISBN 3-9809301-5-7

 

in der 'Einfädelung' schreiben Dr. Maria Linsmann, Bilderbuchmuseum Troisdorf und Dr. Stefan Soltek, Klingspor Museum Offenbach: Die Arbeitswelt der Künstlerin muss geschützt werden - Die Forderung erhebt Carola Willbrand in einem ihrer zahlreichen Künstlerbücher. In ihnen trägt sie seit mehr als zwanzig Jahren ihre Beobachtungen von Lebensbedingungen zusammen. Sie geben Einblick in Aspekte der Selbst-Erkundung, erzählen von Figur, Körper und Person des Menschen, der seine Umgebung sondiert und insbesondere seine Kleidung als Membran der Begegnung gestaltet.

 

 

 

Susanne Padberg schreibt u.a. in ihrem Text: Vieles kommt vor, was der alltägliche Fall ist. Das klingt nicht unironisch, gleichermaßen obsessiv wie humorvoll entlastend. Und da sind die Titel (nie ohne irritierend akribische Materialangaben). Um die Sinne kreisend und die Körper fassen wollend, Abgrenzung thematisierend oder Schutz suchend - am Stück lesen sie sich tatsächlich wie eine Art Lebensfaden, nicht nur wie einer von Carola Willbrand: Das rosa Kleid - Leben im Scherenschnitt - Sozialisation im Kulturbeutel ... Die angewandten Behälter ... Die Dunkelkammer .... Hegen und Pflegen aus 'die warhen Werte' - Kulturfolger - Paradies .... Hirnstrudel.....

Der PilgerinnenCodex - Zeit ist nur eine Angewohnheit erschien anlässlich der Ausstellung "Das Künstlerbuch IV", Edition Hohes Ufer Ahrenshoop, Neues Kunsthaus Ahrenshoop, Künstlerhaus lukas 2007, die Ausstellung wurde 2008 von Museum Burg Wissem (dem Bilderbuchmuseum) Troisdorf übernommen

 Ein Pilgerinnen-Reisebericht, der mit den PilgerinnenUtensilien für seinen Gebrauch in seiner Reiseschachtel ruht.

 

 

Der Souvenir - Erinnerung in Dingen von der Reliquie zum Andenken eine Ausstellung über das Erinnern von der Antike bis zur Jetztzeit, Museum für Angewandte Kunst Frankfurt 2006, der 445 Seiten starke Katalog erschien im Wienand Verlag ISBN 3-87909-892-1

Erinnerung ohne Dinge? Auf dem Weg zum digitalen Souvenir, Museum für Kommunikation Frankfurt, LeSouvenir - Kult.Kitsch.Kunst 2007 ACC-Galerie Weimar

 

„Freundinnen – Bewegung um den Lebensfaden“

 Die Arbeit ist eigens als Insert für die Publikation zur Ausstellung „Der Souvenir – Erinnerung in Dingen“ in Korrespondenz zu den „Stammbüchern“ – insbesondere der weiblich dominierten des 19. Jahrhunderts – entstanden. Erinnerung an drei Frauen und Künstlerinnen ihres Lebens und die Befragung der eigenen Identität als Frau und Künstlerin wird thematisiert. Mit der Verbindung aus Bilder reproduzierenden, scheinbar „neutralen“ Techniken und dem Nähen mit der Maschine artikuliert sich ein Verweis auf die weibliche Tradition. Die Frage nach dem Preis und den Anstrengungen für das Leben als Künstlerinnen – insbesondere auch während der Zeit des Nationalsozialismus – findet hier ihren medialästhetischen Ausdruck.  (Dr. Eva Linhart)
Original im Museum für Angewandte Kunst Frankfurt, Inv. Nr. LNBZ 757

 

 

 

 

 

 

„Freundinnen – Bewegung um den Lebensfaden“
Köln 2006, Fotografie, Schwarz-Weiß-Handabzug,
auf Fotoleinen, Nähmaschinentechnik, glitzernde und
monochrome Permanentstifte, gescannt,
Durchmesser 22 cm, Maß der Mittelnorm eines
Stickrahmens entnommen.

Anmerkung: die s/w-Fotos zeigen Arbeiten der porträtierten Künstlerinnen

 

AUSLOESER mit Barbara Dörffler, Catrin Otto, Heide Weidele, Kunstverein Siegen als Gast im Wechselaustellungsbereich des Museums für Gegenwartskunst Siegen, 27. 6. - 5. 9. 2004

 

Es erschien ein Text von Sabine Müller im Internationalen Kunstforum Bd. 173, 2004, in dem sie schreibt: Die Siegener Ausstellung geht streng genommen zurück auf ein Projekt der Künstlerin Carola Willbrand, das sie anlässlich der "Kölner Photoszene 2000" realisiert hatte als Beitrag zu einer Sicht der Fotografie, die einer Verbindung oder sogar Verschmelzung mit anderen Gattungen wie Bildhauerei, Malerei oder Installation offen steht und sich daher in einem prekären Gegensatz zum klassischen Kanon der derzeit favorisierten, zeitgenössischen Fotografie befindet. Zusammen mit der in Frankfurt lebenden Künstlerin Heide Weidele entwickelten sich daraus die Ausstellungen "blick/wechsel/blick" (Neuer Kunstverein Aschaffenburg und Kunstfabrik Groß-Gerau, 2001) und jetzt "AUSLOESER" in Siegen. Zur Konzeption gehört die Gegenüberstellung der eigenen Positionen mit denen anderer Künstler oder Künstlerinnen, die sich ebenfalls mit einem gattungsüberschreitenden Fotografiebegriff auseinandersetzen. Die Gäste in Siegen sind Barbara Dörffler, die wie Willbrand in Köln lebt, und Catrin Otto aus Berlin.

 

 

Zu Carola Willbrands Arbeit in AUSLOESER schreibt Sabine Müller: Die Fotografie ist insofern ein wichtiger Baustein im künstlerischen Werk Carola Willbrands, als sie ein Bindeglied zwischen dem Biographischen - dem eigentlichen Movens ihrer Aktionen und Artefakte - und seiner Ausformung in der Welt darstellt. In den Skulpturen werden fotografische Selbstporträts eingebettet in getragene Kleidungsstücke aus eigenem Fundus oder dem des sozialen Umfelds; sie starren daraus hervor wie Augen aus in sich verschlungenen, in sich verfangenen Wesen von ungesunder Farbigkeit. Mythologische, religiöse, allegorische Bezüge werden auf der inhaltlichen Ebene umkreist, besser gesagt, auf ihre heutige Bedeutung abgeklopft. Aufschlussreich in der Einschätzung dieser künstlerischen Position zwischen todernster Selbstbefragung und ironischer Objektivierung sind die Titel mit den Materialangaben. Auf der einen, der Titel-Seite, der großtönende Name einer keltischen Gottheit: "Artio - die Bärin"; auf der anderen Seite, der mit den Materialangaben: "Giselas weißer Festtagspullunder mit den Lurexfädchen". Das labile Gleichgewicht zwischen dem Ausgangsmaterial getragene Kleidung - in dem sich ja letztendlich immer die Künstlerin selbst "hergibt" - und der durch Kultur überformten Skulptur lässt sich kaum besser in Worte fassen.

 

 

Zu Carola Willbrands Arbeit in AUSLOESER schreibt Sabine Müller: Die Fotografie ist insofern ein wichtiger Baustein im künstlerischen Werk Carola Willbrands, als sie ein Bindeglied zwischen dem Biographischen - dem eigentlichen Movens ihrer Aktionen und Artefakte - und seiner Ausformung in der Welt darstellt. In den Skulpturen werden fotografische Selbstporträts eingebettet in getragene Kleidungsstücke aus eigenem Fundus oder dem des sozialen Umfelds; sie starren daraus hervor wie Augen aus in sich verschlungenen, in sich verfangenen Wesen von ungesunder Farbigkeit. Mythologische, religiöse, allegorische Bezüge werden auf der inhaltlichen Ebene umkreist, besser gesagt, auf ihre heutige Bedeutung abgeklopft. Aufschlussreich in der Einschätzung dieser künstlerischen Position zwischen todernster Selbstbefragung und ironischer Objektivierung sind die Titel mit den Materialangaben. Auf der einen, der Titel-Seite, der großtönende Name einer keltischen Gottheit: "Artio - die Bärin"; auf der anderen Seite, der mit den Materialangaben: "Giselas weißer Festtagspullunder mit den Lurexfädchen". Das labile Gleichgewicht zwischen dem Ausgangsmaterial getragene Kleidung - in dem sich ja letztendlich immer die Künstlerin selbst "hergibt" - und der durch Kultur überformten Skulptur lässt sich kaum besser in Worte fassen.

 

Carola Willbrand zeigt: "Zugaben im Stadtmuseum Siegburg" 6.6. bis 17.8.1997 Einzelausstellung als Zuordung der 'Behälter' von Carola Willbrand zu den historisch keramischen Behältern des Museums, Gesamtherstellung: edition fundamental köln

 

mit einem Text von Dr. Ulli Seegers "Chóra oder Archäologie des Augenblicks"

 

'Es gibt Topfdeckel, Flaschengeister und Büchsen der Pandora.' schreibt Ulli Seegers und weiter: 'Was sie eint, ist ihr gemeinsamer Hang zum Behältnis. Ein Behälter ist ein Ding, das sich selbst zum Verwahrungsort für etwas anderes macht. Dabei prägen seine Konturen auch den des Inhalts, was immer sich in ihm befinden mag. ...Die Analogie zwischen Form und Inhalt ist an kaum einem Gegenstand offensichtlicher als an einem 'Be-hälter': die zwei Zustände des Fixierten und des Flüchtigen sind hier gestalthaft in dem Maße miteinader verbunden, wie sie genuin aufeinander bezogen sind...."Chóra", auch wörtlich "Zwischenraum", bezeichnet hier den Zusammenfall von Kristallisation und Verflüchtigung, einen Ort des Ein- und Ausströmens, der Fülle und der Leere.'

 

 

Carola Willbrand zeigt: "Der Strenge Stil - oder - Die Behälter im Museum Koenig" 13.11.-11.12.1994

 

mit einem Text von Dr. Gerhard Kolberg, seinerrzeit Museum Ludwig Köln: "Der Behälter als Mittler zwischen Form und Inhalt"....C.W. beschäftigt sich als Künstlerin mit der Form und Bestimmung von Regalen und Vitrinen. Sie sind Orte des Lagernsund Aufbewahrens von Gegenständen, aber auch Plätze der Präsentation, der Befriedigung menschlicher Schaulust.

 


 

Für Carola Willbrand sind Vitrinen, aber auch der menschliche Körper, im physikalischen und ebenso im übertragenen geistigen Sinne 'Behälter'. Solche Hohlformen mit Inhalten zu füllen.....ist ein wesentlicher Aspekt ihrer künstlerischen Intention. .... Betrachtung und Assoziation vermögen auch in diesem Falle zu Erkenntnissen führen, die sowohl das Behältnis 'Museum' als auch das 'Kopf' genannte, mit Inhalten füllen. Es hat sicherlich etwas mti 'Bildung' zu tun, wenn man etwas im Kopf behalten kann, wenn man also 'Behälter' ist.

 

 

Carola Willbrand zeigt: "Das Römisch-Germanische Museum zu Gast im BBK" 14.1.-7.2.1993, Handpressendruck der edition fundamental köln

 

mit einem Gedicht von Nele Buschmann: "Stiller Raum"

Auf den Regalen im Gruselkeller liegt ewiger Staub schichtenweise so schwierig zu trennen von Vorher und Nachher Wäre Gott aus Zeit gemacht und Eines folgte geordnet dem Anderen lägen die Welten klar getrennt wie Original und Fälschung oder Last neben Lust So aber berührt sich alles in der Ferne die Körper vergessen nichts im Dazwisschendrinsein fällt die Reise aus nur wer nicht abfährt kommt an Endlos verlassen die maskierten Spuren den Raum wie graue Staubwolken die es immer hochweht wenn Frauen hinuntersteigen und dem Licht die Türe öffnen.


 

 Filme:

Vitrine Paulin - Vitrine Animale

Performance in der Vitrine der ehemaligen Metzgerei Paulin mit dem Eckernförder Bestiarium rue de Beaumont, Solre Le Château organisiert gefilmt cent lieux d'art 2005

 

Kölsch Köylü von Carola Willbrand und Mark Met 2005
Performed wird das kölsche Dorf als Abschluß des Praxiteles-Stipendiums von Carola Willbrand auf der türkischen Halbinsel Datça
KAOS Kunst- und Video-Archiv e.V.
Kamera Peter Kleinert
Der Kölner bezeichnet zuweilen liebevoll seine Heimatstadt als Dorf.Nihat Akkaraca, der die Geschichten der alten Frauen auf Datça sammelt, nahm uns mit in ihre Dörfer. Die Erzählkultur der mündlichen Überlieferung der Märchen und Mythen wurden traditionell von den Frauen gepflegt. Diese alten Frauen sind Analphabetinnen. Sie leben auf eine archaische Weise in 3-400 Jahre alten „griechischen“ Häusern. Die Griechen lebten auf Datça noch bis Ende der 30er Jahre (1923 wurde durch den Vertrag von Lausanne der Bevölkerungsaustausch zwischen Griechenland und der Türkei geregelt). Die orthodoxe Kultur ist überall noch sichtbar.Ich porträtierte die alten Frauen auf Datça mit Nadel und Faden, die Lebenslinien ihrer Gesichter nachfädelnd.
Mark Met brachte sein P.R.F.M., das Plastik-Rosa-Funkemariechen mit nach Datça. Diese Figur lieh er aus dem Kölner Karneval. Das Funkemariechen wurde ursprünglich von Männern dargestellt. Im 3. Reich wurde die Darstellung von Frauenrollen durch Männer im Kölner Karneval verboten. Das P.R.F.M. hatte schon das Meer in den Niederlanden gesehen und wurde auf Datça eine aufmüpfige Pipi Langstrumpf, die der alten bäuerlichen Frauenrolle verkörpert von Carola Willbrand ihr rosa Handy entgegenhält – nicht ohne Atatürk die Referenzen zu erweisen.  Carola Willbrand 4.7.2008

 

frühe Videos entstanden mit http://www.kaos-archiv.de/.


 

 

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